Bilstein Ultra Trail 2015

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Bilstein Marathon und Ultra Trail - 21km/500hm - 42km/1100hm - 57km/1700hm


 

Der Bilstein Marathon ist einer familiärer Lauf in der Nähe von Kassel, genauer in Witzenhausen/Klein-Almerode  - ein Dorf auf dem Land. Der Lauf selber ist wahrscheinlich eines der größten Ereignisse im Jahr für die Gemeinde und genau deshalb lohnt es sich auch dort mal zu rennen. Im letzten Jahr ging ich mehr als spontan an den Start und auch noch gleich auf die Königsstrecke. Es galt 57km mit knapp 1700hm zu überwinden. Es sollte ein mentaler Test werden, denn noch nie zuvor bin ich soweit gelaufen. 

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Relativ früh am Tag fuhr ich ca. 45min aus Kassel raus. Auf Landstraßen schlängelte ich mich ins Mittelgebirge hinein. Das Wetter versprach optimale Rennbedingungen. Es war zwar noch kalt, dennoch blitze die Sonne schon am Horizont. Vor Ort schnappte ich mir erst einmal meine Kamera und ging auf Erkundungstour. Zwischen Meldebüro und dem Parkplatz gab es doch jede Menge Natur. Im Meldebüro angekommen traf ich viele bekannte Gesichter, was nicht gleichbedeutend war, mit einer riesigen Starterzahl. Zuerst wirkte der Lauf extrem klein, doch später an der Startlinie sah das schon wieder anders aus.

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Auch wenn ich noch nie zuvor soweit gelaufen war (weiteste Strecke bis dahin waren 48km), lief ich mich ein wenig ein um die müden Muskeln zu lockern. Naturverbunden wie ich bin, lockte es mich da gleich auf die Trails. Entzückt und warm gelaufen kam der obligatorische Part: Vorher-Bild, Laufrucksack, Gels, iPod, Startnummer und ab zum Start. Nicht lange gefackelt, zählte der Racedirektor samt der doch großen Meute an Ultra-Läufern von 10 abwärts. 

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Die ersten 10km verliefen leicht wellig. Etwas verunsichert war ich aber, als Mr. Magarita Man plötzlich im 3er Schnitt den ersten Berg herunter rannte, sodass es mir gleich mal die Oberschenkel zerschoss. Nach ca. 5-7km versuchte ich dann einfach mein Tempo zu laufen. Mit Musik im Ohr bemerkte ich gar nicht, dass ich mich langsam aber sicher von der Gruppe löste. Nach 10km kam der erste Check-Point und ab da, tingelte sich der Weg stets aufwärts bis etwa zur Halbmarathon Marke. Immer wieder konnte man den Ausblick genießen und sogar an einigen Stellen das Wahrzeichen Kassels erblicken. Der Herkules schien zum greifen nahe und doch dachte ich daran, nach dem Rennen lieber gemütlich mit dem Auto heimzufahren. 

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Zwischen breiten Forstwegen und schmalen Single Trails pendelte sich mein Tempo bei ca. 4:30/min im Schnitt ein. Kurz vor der Marathonmarke packte mich dann ein Fressflash und lies mich gnadenlose 6min am Verpflegungspunkt (fr)essen. Danach folgte der Aufstieg zum Bimsstein, wo viele Freunde des Sports ordentlich Party machten, bevor ein längerer und kräftezehrender Downhill ins Tal anstand. Meine Oberschenkel meldeten sich spätestens ab da. Jeder KM über 48 war neuer Rekord für mich und umso mehr freute ich mich auf den letzten Teil, der zwischen kleinen Tannen auf einer Wiese unter der Sonne bis fast ins Ziel führte. Lange vorher hörte man schon den Sprecher, zwischenzeitlich lief man auf die Marathon und Halbmarathonläufer auf und irgendwo rief ein alkoholfreies Radler nach mir. 

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Der Zieleinlauf war fantastisch. Es bekam zwar kaum einer mit, dass die ersten Ultras bereits einliefen, dennoch war es einfach toll 57km am Stück gerannt zu sein. Dieser Lauf verdient eine klare Empfehlung für alle diejenigen, die sich selbst einer Probe unterziehen wollen, oder einfach Bock auf Ultrastrecken hat. In diesem Jahr finden übrigens die Deutschen Ultra Trail Meisterschaften statt, mit 65km und knapp 1800hm wird sicherlich wieder einiges geboten.

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